Kreissparkasse Mayen: Wirtschaftsforum Andernach - Mit klarem Kopf durch eine Welt voller Reize
Wie gelingt es, trotz Informationsflut, ständiger Erreichbarkeit und wachsender Anforderungen konzentriert, leistungsfähig und mental gesund zu bleiben? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das diesjährige Wirtschaftsforum Andernach.
Die Kreissparkasse (KSK) Mayen und die Wirtschaftsförderung der Stadt Andernach hatten gemeinsam Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu einem inspirierenden Abend mit der Bestsellerautorin und Speakerin Cordula Nussbaum eingeladen.
Christoph Weitzel, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Mayen, begrüßte die Gäste und unterstrich die Bedeutung des Wirtschaftsforums als Plattform für den regionalen Austausch:
„Mit unserem Wirtschaftsforum möchten wir Menschen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammenbringen und Themen aufgreifen, die für unsere Region und ihre Unternehmen relevant sind. Dabei geht es uns nicht nur darum, Wissen zu vermitteln, sondern auch darum, neue Perspektiven zu eröffnen und den Dialog zu fördern. Denn wer die Zukunft gestalten möchte, muss bereit sein, eingefahrene Denkweisen zu hinterfragen und Neues zuzulassen.“
Auch im unternehmerischen Alltag ist der Umgang mit Aufmerksamkeit, Belastung und Veränderung zu einer zentralen Herausforderung geworden. Führungskräfte müssen Entscheidungen unter Zeitdruck treffen, Mitarbeitende durch Veränderungsprozesse begleiten und gleichzeitig die eigene Leistungsfähigkeit erhalten.
Landrat Marko Boos betonte: „Unternehmen brauchen Menschen, die Verantwortung übernehmen, Veränderung gestalten und in schwierigen Situationen den Überblick behalten. Gerade in Zeiten von Digitalisierung und KI ist es wichtig, auch Freiräume zu haben, um sich weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch, unnötige Bürokratie abzubauen und Infrastruktur zu stärken.“ Dazu brauche es den politischen Willen auf Bundes- und Landesebene, damit lokal gehandelt werden könne. Mit der Stiftung „Starke Wirtschaft“ der Kreissparkasse Mayen soll dazu beigetragen werden, damit leistungsfähige Unternehmen und Menschen auch im Raum MYK wirken können.
Andernachs Oberbürgermeister Christian Greiner: „Aufmerksamkeit ist keine Charaktereigenschaft, sondern eine Fähigkeit.“ Oft seien wir abgelenkt zum Beispiel durchs Handy, und ganz woanders mit unseren Gedanken, während wir uns eigentlich gerade für unser Gegenüber interessieren sollten. Er plädierte für mehr Disziplin im Umgang mit neuen Medien, damit wir uns nicht in persönlichen Gesprächen dauernd von externen Einflussfaktoren ablenken lassen.
Cordula Nussbaum zählt zu den bekannten Expertinnen für Zeit- und Selbstmanagement im deutschsprachigen Raum. Als Autorin, Speakerin und Coach beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie Menschen ihre Ziele erreichen und dabei ihre persönlichen Ressourcen sinnvoll einsetzen können. In ihrem Buch „Kopf voll, Hirn leer – Konzentriert und leistungsfähig bleiben trotz permanenter Reizüberflutung“ verbindet sie Erkenntnisse aus der Hirnforschung mit praktischen Anregungen für den Alltag.
Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen digitaler Reizüberflutung, ständiger Ablenkung und einer Arbeitsweise, die häufig von parallelen Aufgaben und permanentem Reagieren geprägt ist. Nussbaum zeigt auf, wie es gelingen kann, Prioritäten bewusster zu setzen, den eigenen Fokus zurückzugewinnen und dem Gehirn notwendige Erholungsphasen zu ermöglichen.
Gerade für Unternehmen und Führungskräfte gewinnt dieses Thema zunehmend an Bedeutung. Denn Leistungsfähigkeit entsteht nicht allein dadurch, immer mehr Aufgaben in immer kürzerer Zeit zu erledigen. Ebenso wichtig sind Konzentration, Selbstreflexion und ein bewusster Umgang mit den eigenen Kräften.
Dauerfeuer im Gehirn über Wochen hat nämlich messbare physische Auswirkungen auf Struktur und Leistung unseres Gehirns. So schrumpft zum Beispiel der präfrontale Cortex, wenn man nicht zur Ruhe kommt. Die Folgen sind ungefilterte Weiterleitung von Emotionen, Verlust von Impulskontrolle, sinkender Serotoninspiegel, Stimmungsschwankungen und der Verlust der Fähigkeit, sich zu entspannen. Ein gefährlicher Teufelskreis, der unsere Leistungsfähigkeit einschränkt. 55,7% aller Berufstätigen fühlen sich überwältigt angesichts der vielen Aufgaben, bei berufstätigen Frauen liegt der Wert sogar bei 65,1%. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen. Deshalb ist das für das Gehirn wichtig sich regelmäßig auch Glücksmomente zu verschaffen und auf die Gesundheit unseres Gehirns zu achten, auch durch einfache Dinge, wie Bewegung, Frischluft, Wasser und gute Ernährung.
Mit dem Vortrag von Cordula Nussbaum rückte die Frage in den Mittelpunkt, wie Menschen in einer Welt voller Informationen und Anforderungen ihre Konzentration, Leistungsfähigkeit und mentale Widerstandskraft bewahren können – ein Thema, dass den Nerv des Publikums sichtbar traf, wie auch in der Fragerunde klar wurde, die Wirtschaftsförderer Dustin Heip moderierte.
Das Wirtschaftsforum Andernach hat sich über viele Jahre als Plattform für den Austausch zwischen regionaler Wirtschaft, Politik und Gesellschaft etabliert. Die Kreissparkasse Mayen und die Wirtschaftsförderung der Stadt Andernach setzen mit der Veranstaltungsreihe bewusst auf Impulse, die über den Abend hinauswirken und neue Denkanstöße für den beruflichen und persönlichen Alltag geben.

Freuten sich über einen inspirierenden Abend beim Wirtschaftsforum Andernach in der Mittelrheinhalle: (v.l.): Christian Heller, Geschäftsführer Andernach.net, Andernachs Oberbürgermeister Christian Greiner, Referentin Cordula Nussbaum, Andernachs Wirtschaftsförderer Dustin Heip, Christoph Weitzel, Vorstandsmitglied der KSK Mayen und Landrat Marco Boos und. Foto: Kreissparkasse Mayen/ Ralph Künzel (Zustimmung der abgebildeten Personen liegt der KSK Mayen vor)
Quelle: Kreissparkasse Mayen

