PSD Bank West eG: Der Fußball als Spiegel der Gesellschaft - Hochkarätige Podiumsdiskussion
Unter dem Titel „Wenn Fußball Geschichten schreibt – was Europa- und Weltmeisterschaften über unsere Gesellschaft verraten“ lud die PSD Bank West eG bereits zum dritten Mal gemeinsam mit der Kanzlei Gercke Wollschläger PartG mbB sowie neu mit der Kanzlei Görg Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB zu einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion in die VIP‑Lounge des Sportparks Höhenberg ein.
„Fußball-Europa- und Weltmeisterschaften sind weit mehr als sportliche Wettbewerbe. Sie erzählen Geschichten über gesellschaftlichen Wandel, Identität und internationale Entwicklungen. Sie bewegen die Herzen der Menschen und bauen Brücken nicht nur zwischen den Nationen, sondern auch zwischen den Generationen – oft weit über den Sport hinaus“, eröffnete René Königshausen, Vorstandsvorsitzender der PSD Bank West eG, den Abend.
Anschließend diskutierten Bernd Neuendorf, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Jürgen Eißmann, Geschäftsführer der DFB Euro GmbH, Renate Lingor, ehemalige Nationalspielerin sowie zweifache Welt- und Europameisterin, und Roman Weidenfeller, Weltmeister von 2014, mit Moderator und Sportjournalist Thomas Wagner vor rund 150 Gästen über die Bedeutung des internationalen Fußballs sowie dessen Wirkung über kulturelle und nationale Grenzen hinweg.
Fußball im globalen Wandel
Einen zentralen Schwerpunkt bildete die Entwicklung des Weltfußballs in den vergangenen Jahrzehnten. DFB‑Präsident Bernd Neuendorf machte deutlich, dass Deutschland trotz weiterhin großer fußballerischer Bedeutung heute in einem deutlich breiter aufgestellten internationalen Wettbewerb stehe: „Wir sind noch immer eine Fußball‑Großmacht, aber der Weltfußball hat sich enorm entwickelt. Viele Nationen, die vor 10 oder 15 Jahren noch nicht auf der fußballerischen Weltkarte standen, spielen heute auf sehr hohem Niveau.“ Damit habe sich auch der Blick auf die Austragungsorte verändert. Während Weltmeisterschaften lange europazentriert gewesen seien, würden Turniere heute weltweit stattfinden – und das mit hoher Professionalität.
Frauenfußball als gesellschaftlicher Motor
Besonders intensiv wurde über die Bedeutung des Frauenfußballs gesprochen. Renate Lingor erinnerte an die Anfänge und die nachhaltige Wirkung früher Erfolge: „Bei der Weltmeisterschaft der Frauen 2003 waren wir in unserer eigenen Bubble, der Kader war klein.
Wir haben die Euphorie draußen zwar mitbekommen, die Dimension aber gar nicht wirklich fassen können. Doch genau dort haben wir eine Marke gesetzt.“ Erfolge wie die WM‑Titel 2003 und 2007 sowie die WM 2011 in Deutschland hätten maßgeblich dazu beigetragen, dass heute deutlich mehr Mädchen Fußball spielen. Der Frauenfußball habe sich seitdem als fester Bestandteil der Sport‑ und Gesellschaftskultur etabliert.
Mit Blick auf zukünftige Turniere – insbesondere die Frauen‑WM 2029 – betonten die Podiumsteilnehmer auch die Rolle der Familien und des Ehrenamts. Schließlich erinnert sich jeder noch an seine erste WM – oft im Kreise der Familie im heimischen Wohnzimmer. Das Wir-Gefühl, das aufkam, sobald die deutsche Nationalhymne erklang.
Damit die Frauen-WM 2029 wieder ein großer Erfolg wird, seien deshalb mehrere Tausend ehrenamtliche Helferinnen und Helfer eingeplant, ergänzte Jürgen Eißmann - verbunden mit dem Appell an die Öffentlichkeit, sich frühzeitig einzubringen, um als Botschafter oder vor Ort den Boom des Frauenfußball 2029 zu unterstützen.
Verantwortung, Politik und Emotionen
Ein weiterer Themenblock beleuchtete die zunehmende Politisierung großer Turniere. Neuendorf schilderte anhand jüngerer Weltmeisterschaften, dass manche sportliche Entscheidungen unter erheblichem gesellschaftlichem und politischem Druck getroffen werden. Der DFB stelle deshalb stets die Spieler in den Mittelpunkt seiner Entscheidungen, um ihnen bei drohenden Sanktionen nicht die einmalige Chance zu nehmen, eine Weltmeisterschaft zu spielen. Zur Sprache kam nicht nur ein notwendiges Umdenken des DFB in puncto Talent-Management, sondern auch ein fälliges Umdenken der heutigen Gesellschaft: „Ich hoffe, dass wir in kommenden Turnieren wieder mehr über Fußball reden und uns über die Erfolge der Mannschaft freuen können“, so Neuendorf.
Roman Weidenfeller gewährte emotionale Einblicke aus der Kabine der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2014 in Brasilien. Trotz aller Rivalität sei immer auch Respekt und Zusammenhalt spürbar gewesen: „Ganz Brasilien stand im Finale hinter uns, obwohl wir die Mannschaft zuvor mit 7:1 geschlagen haben. Solche Momente zeigen, welche verbindende Kraft Fußball haben kann.“
Der Fußball als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen
Insgesamt bot der Abend nicht nur sportliche Rückblicke, sondern auch einen differenzierten Blick auf die Zukunft des Fußballs als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen. Die Gastgeber unterstrichen mit der Veranstaltung ihren Anspruch, gesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen und Raum für einen offenen Dialog zu schaffen. „Die Diskussion heute Abend zeigte, wie wichtig es ist, beim Nachwuchs anzusetzen. In vielen Vereinen werden Kinder abgewiesen, da Infrastruktur und Qualität der Sportstätten nicht mehr gegeben sind, dabei ist die Nachwuchsarbeit eine der wichtigsten Säulen des Sports. Wir freuen uns deshalb, mit den Spenden des heutigen Abends die Jugendarbeit des FC Viktoria Köln 1904 e. V. unterstützen zu können“, unterstrich Prof. Dr. Björn Gercke, Partner der Kanzlei Gercke Wollschläger.

Die Teilnehmer und Gastgeber der hochkarätigen Podiumsdiskussion. V. l. n. r.: Thomas Wagner (Sportmoderator), Roman Weidenfeller (Weltmeister von 2014), Renate Lingor (ehemalige Fußballnationalspielerin und zweifache Welt- und Europameisterin), Bernd Neuendorf (DFB-Präsident), Dr. Katja Kuck (Partnerin Görg Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB), Prof. Dr. Björn Gercke (Partner Gercke Wollschläger PartG mbB), Jürgen Eißmann (Geschäftsführer der DFB Euro GmbH), Eric Bock (Geschäftsführer Viktoria Köln 1904 e.V.) und René Königshausen (Vorstandsvorsitzender PSD Bank West eG).
Quelle: PSD Bank West eG

