claim von gute-banken

Deutsche Bank versus Sparkassen

Das ist doch auch mal drollig: Die Süddeutsche Zeitung („Deutsche Bank versus Sparkassen: Abkehr von der Arroganz“, 4.9.12) berichtet über ein Streitgespräch zwischen dem Präsidenten des Sparkassenverbandes und dem Co-Vorstand der Deutschen Bank. Der Sparkassen-Mann findet es nicht richtig, wenn kleine Banken für große „too big to fail“-Banken in die Haftung genommen werden könnten. Der Deutsche Bank-Mann sagt dazu, dass ja auch kleine Banken systemrelevant werden könnten. Drolligerweise nennt der als Beispiel für eine systemrelevant gewordene „kleine Bank“ laut der Süddeutschen tatsächlich Lehman Brothers. Seltsam, aber ggf aus seiner Sicht verständlich: Lehman soll ja verschiedenen Quellen zufolge eine Bilanzsumme von „nur“ 600 Mrd gehabt haben.

Ja, und dann kommt von der Deutschen Bank irgendwann der Satz, auf den wir schon lange gewartet haben: Man habe gelernt, dass „nicht alles, was legal ist, auch legitim ist."

Das ist natürlich eine grandiose, wichtige und wirklich bemerkenswerte Erkenntnis. Allerdings wird die Frage sein, wie man sein Verhalten legitimiert. Wie man ja lesen konnte, steht die Politik der Deutschen Bank ja wenigstens bisher nach wie vor unter dem Zeichen der Shareholder-Orientierung. Und die sei ja, wie der andere Co-Vorstand der Deutschen Bank schon feststellte „nicht verhandelbar“. Ist am Ende dann alles legitim, was für die Anteilseigner der Bank Dividende bringt? Oder auch alles, was den Börsenwert der Bank nach oben treibt? Oder auch alle neuen Produkte, mit denen man seine Kunden „überraschen“ kann?

Das wird wenigstens philosophisch gesehen noch spannend…
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